Jack the Ripper - Die Geschichte eines
Mörders
Radio-Fassung - Deutschlandfunk am 20. April 2002
Tracks 19 - 27 |
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| Track 19 | 7:41 |
Ihr ergebener Jack the Ripper |
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0:16 |
Abberline: "Danke, daß Sie auch an einem Sonntag
so früh zur Stelle sind!" Lewellyn: "Schon gut, Inspektor! Mir liegt genauso viel wie Ihnen daran, diese Bestie so schnell wie möglich hinter Gittern oder am Galgen zu sehen! Obwohl ich sagen muß, daß ich die Obduktion lieber an einem anderen Ort als diesem stinkenden Leichenschauhaus vorgenommen hätte - aber, sei´s drum! Diese hier kennen Sie ja: Elizabeth Stride, 45 Jahre alt, schwedischer Abstammung, Prostituierte, Alkoholikerin. Ihr wurde lediglich die Kehle durchgeschnitten - daran ist sie verblutet!" Abberline: "Und die zweite ist Catherine Eddowes, 43 Jahre alt und ebenfalls eine alkoholsüchtige Hure." |
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1:30 |
Lewellyn: "Es geht noch weiter! Danach hat der Täter
der Toten den Bauch aufgeschlitzt, die Gedärme teilweise zerschnitten,
den Dickdarm entfernt und neben sie gelegt. Dabei muß er sich beschmutzt
haben! War sonst noch was? Ach ja: Die Gebärmutter und eine Niere wurden
ebenfalls entfernt - beide Organe fehlen." Abberline: "Hört sich beinahe so an, als ob wir es mit einem Kannibalen zu tun hätten!" Lewellyn: "Das ist nicht ausgeschlossen, Inspektor!" Littlechild: "Was sind das für Einschnitte unter den Augen?" Lewellyn: "Ja, seltsam nicht? Sieht aus wie zwei umgedrehte "V´s" - eins unter jedem Auge!" |
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2:49 |
Abberline: "Die Zentrale Londoner Nachrichtenagentur hat
am 26. September, also vor 4 Tagen, einen Brief erhalten, der gestern, kurz
vor dem Doppelmord, an uns weitergeleitet wurde. Deshalb waren wir auch so
schnell am Tatort!" Lewellyn: "Ob ich mal einen Blick darauf werfen könnte?" Abberline: "Natürlich, Doktor! Obwohl der Inhalt noch geheim bleiben muß!" Lewellyn: "Ich bin verschwiegen wie ein Grab, Inspektor! ´Lieber Boss! Ich höre dauernd, daß die Polizei mich geschnappt hat, aber sie wird mich jetzt noch nicht fassen.´ [geht über in Maybrick´s Stimme] ´Ich habe gelacht, als die Bobbies so gescheite Gesichter machten und erklärten, sie seien auf der rechten Spur. Der Witz mit Lederschürze hat mir Lachkrämpfe eingebracht. Ich habe mir die Huren vorgeknöpft, und ich werde nicht aufhören, sie aufzuschlitzen, bis ich schließlich doch geschnappt werde. Die letzte Sache war eine großartige Arbeit - ich habe der Hure keine Zeit gelassen, zu kreischen. Ich liebe meine Arbeit und ich möchte bald weitermachen. Sie werden bald wieder von mir und meinen drolligen kleinen Späßen hören. Beim nächsten Mal werde ich der Hure die Ohren abschneiden und der Polizei schicken - nur so zum Spaß! Halten Sie diesen Brief zurück, bis ich noch ein bißchen mehr gearbeitet habe, dann geben Sie ihn gleich heraus. Mein Messer ist so schön scharf, daß ich gleich wieder an die Arbeit gehen will, sobald sich eine Gelegenheit bietet!´ [geht über Lewellyn-Stimme] ´Viel Glück, Ihr ergebener JACK THE RIPPER! PS: Ich hoffe, es macht Ihnen nichts aus, wenn ich den Firmennamen angebe! Jetzt sagen Sie, ich bin Arzt, ha ha!´ Halten Sie den Brief für echt, Inspektor?" ["Extrablatt"-Rufe von draußen] Abberline: "Wir sind uns noch nicht sicher, Doktor. Er könnte echt sein, oder das Geschmiere eines Trittbrettfahrers." Littlechild: "Zumindest hat die Presse eine neue Schlagzeile. Hören Sie sich das mal an!" [öffnet Fenster] Zeitungsjunge: "Extrablatt! Hurenmörder ´Jack the Ripper´ hat wieder zugeschlagen! Daily News veröffentlicht den Bekennerbrief! Extrablatt!" Abberline: "Verdammt, dann hat die Nachrichtenagentur den Brief also doch an die Zeitungen weitergegeben! Das wird ein Nachspiel haben!" Lewellyn: "Zumindest hat die Bestie jetzt einen Namen: ´Jack the Ripper´- genau das, was das gemeine Volk braucht!" Constabler: "Inspektor.... gut, daß ich Sie finde! Die Nachrichtenagentur hat wieder eine Mitteilung von diesem Wahnsinnigen bekommen!" |
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6:36 |
Littlechild: "Genau, und jetzt müssen wir nur noch
einen freiwilligen Polizisten finden, der in Mieder und Röcken gut als
Frau durchgehen könnte!" Abberline: "Und da weiß ich schon genau den Richtigen, Littlechild!" Littlechild: "Sie meinen Constabler Neil? Nein, Inspektor - schauen Sie sich den doch mal an: Der ist viel zu häßlich! Da würde sich ja kein Freier ranwagen!" Constabler: "Aber erlauben Sie mal...." Abberline: "Nein, Littlechild, ich sehe hier nur einen Freiwilligen, der in Frage käme!" Littlechild: "Sie meinen.... mich?!? Nein, Inspektor, das können Sie nicht von mir verlangen!" Abberline: "Doch, das kann ich, Littlechild! Sie sind genau der richtige Mann für dieses Unternehmen! Keine Angst - wir werden mit einem Dutzend Polizisten in Ihrer Nähe sein! Na, nun geben Sie sich schon einen Ruck!" Littlechild: "Mir wird ja wohl nichts anderes übrig bleiben, wenn ich mir Ihr Gesicht ansehe! Na großartig: Ich hab mir immer schon gewünscht in Frauenkleidern den Köder für einen wahnsinnigen Mörder zu spielen....!" |
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| Track 20 | 1:40 |
Abgeblitzt |
| 1 Schnitt - ca. 19 Sekunden | ||
0:11 |
Dr. Hopper: "Das Beruhigungsmittel scheint zu wirken, Florie.
Sehen Sie - er liegt jetzt ganz ruhig!" Florie: "Das ist nicht mehr der Mann, den ich mal geheiratet habe! Er ist es schon lange nicht mehr, aber jetzt ist er nur noch ein Wrack! Ja, ich habe ihn gehaßt, aber jetzt fühle ich fast nur noch Mitleid mit ihm; er soll einfach nur sterben, dann wäre alles vorbei! Doktor Hopper - James hat mir einmal im Rausch von einer Zyankalikapsel erzählt, die er in seiner Taschenuhr versteckt hält. Er hat gedroht, sich damit umzubringen und mich auf den Schulden, die er mittlerweile hatte, sitzenzulassen. Das Gift würde ihm das Sterben doch sicher leichtermachen, Doktor." Dr. Hopper: "Florie, ich bin Arzt - ich kann einem Patienten unmöglich Zyankali geben; das wäre Mord!" |
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| Track 21 | 2:28 |
Albträume |
| 2 Schnitte - ca. 23 Sekunden | ||
1:09 |
Maybrick: "[...] Die Wochen zogen ins Land, und die Zeitungen überschlugen sich geradezu mit Spekulationen über die Identität von ´Jack the Ripper´. Die Polizei verhörte ständig irgendwelche Verdächtigen, meistens Ärzte. Man munkelte sogar, dass ein Mitglied des Königshauses die Huren umgebracht haben sollte. Es war einfach lächerlich! Dabei saß ich, der wahre ´Ripper´, untätig zu Hause, immer wieder von Mordlust gepackt, aber einfach zu schwach, um wieder ans Werk gehen zu können. Am 24. Oktober 1888 wurde ich 50 Jahre alt, und ich wußte nicht einmal, wieviel Zeit mir noch in diesem unseligen Leben beschieden war. Sollte ich weitermachen? Konnte ich weitermachen? Ja, ich konnte! Am Donnerstag, den 08. November, fühlte ich, dass es wieder soweit war; etwas ganz Besonderes wartete in London auf mich und ich machte mich wieder auf den Weg. Damals wußte ich noch nicht, daß es mein letzter Beutezug werden sollte." | |
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| Track 22 | 2:58 |
Der Köder |
| 1 Schnitt - ca. 178 Sekunden | ||
| komplett gestrichen Littlechilds Einsatz in Frauenkleidern als "Ripper-Köder". Maybrick, auf der Suche nach einem neuen Opfer, macht sich an Littlechild ran. Allerdings erkennt Maybrick sofort, dass es sich um einen Mann handelt. Empört wettert er, dass man die Polizei rufen solle. Littlechild, der nicht weiß, wen er vor sich hat, gibt zu erkennen, dass er selbst von der Polizei ist und dass 15 weitere Polizisten in der Nähe seien. Etwas irritiert macht sich Maybrick aus dem Staub. |
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| Track 23 | 2:17 |
Mary Kelly |
| 2 Schnitte - ca. 25 Sekunden | ||
0:00 |
[Kutschengeräusche] Maybrick: "[lacht] Das war knapp! [lacht]" Mann: "Gute Nacht, Mary. Und pass auf dich auf!" |
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1:59 |
Mary: "Doch nicht auf der Straße; pack die Piepen
weg! Herrgott, Du gehst wohl zum ersten Mal zu ´ner Hure, wie? Na, komm
mit!" Maybrick: "Ja, ich komme, Florie!" Mary: "Mary!" Maybrick: "Was?" Mary: "Mary, ich heiße Mary!" Maybrick: "Ja, Mary, ich komme!" |
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| Track 24 | 3:37 |
Der letzte Mord |
| 2 Schnitte - ca. 20 Sekunden | ||
0:40 |
Maybrick: "Nein, danke - ich will lieber etwas von meiner
Medizin nehmen, dann geht es mir gleich bestimmt viel besser!" Mary: "Von mir aus. Aber ich werde mir einen kleinen genehmigen! [entkorkt Flasche, trinkt Schluck] Ahh, das tut gut! Ach was war das für ein beschissener Tag heute. Hab kaum was verdient - selbst die Kundschaft hat Angst vor diesem Ripper, obwohl er schon seit über einem Monat untergetaucht ist. Am Anfang hatt ich ja auch noch Schiß, aber irgendwie muß man sich ja über Wasser halten! Heee, hörst Du mir überhaupt zu?!" |
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2:35 |
Maybrick: "Ja, bald war Ruhe! Die Kelly schrie nicht mehr, und die Geräusche, die ich bei meiner Arbeit verursachte, waren nicht so laut, als dass sie die Nachbarschaft gestört hätten. Ich war in einem regelrechten Blutrausch: Aufgeputscht durch meine Medizin glaubte ich tatsächlich, Florie vor mir zu haben - und ich ließ meine ganze schreckliche Wut an ihr aus: Ich entfernte ihr das Fleisch von Bauch und Schenkeln, schnitt ihr die Brüste ab, verstümmelte ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit, schlitzte ihr den Bauch auf und warf die Eingeweide quer durch das Zimmer. Nach fast 2 Stunden war ich fertig: Von Mary Kelly war fast nichts mehr übriggeblieben! Mit einem blutigen Stoffetzen malte ich die Initialen "FM" an die Wand - alle sollten wissen, daß dieser Mord Florie Maybrick galt! Nur das Herz der Toten nahm ich mit - als Erinnerung sozusagen...." | |
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| Track 25 | 2:26 |
Entwischt |
| keine Änderungen | ||
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| Track 26 | 2:24 |
Späte Reue |
| keine Änderungen | ||
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| Track 27 | 3:12 |
Das Urteil |
| 2 Schnitte - ca. 126 Sekunden | ||
0:05 |
[Gerichtssaal, Stimmengewirr, Glocke mahnt zur Ruhe, Richter schlägt
mit Hammer auf Tisch] Richter: "Ruhe! Sind die Geschworenen zu einem Urteil gekommen?" Geschworener: "Jawohl, Euer Ehren!" Richter: "Die Grand Jury ist zu dem Schluß gelangt, dass der Tod von James Maybrick durch eine Dosis Zyankali verursacht wurde, die ihm seine Ehefrau Florence Elizabeth Maybrick verabreicht hat. Die Geschworenen stützen sich dabei vor allem auf die Aussage des ehrenwerten Dr. Hopper, der als Hausarzt der Familie Maybrick zu Protokoll gegeben hat, daß ihn die Angeklagte mehrmals ersucht hat, ihrem Ehemann eine Zyankali-Giftkapsel zu verabreichen, die dieser in seiner Taschenuhr aufbewahrt hatte. Es gilt somit als erwiesen, daß Florence Elizabeth Maybrick ihren Ehemann in verbrecherischer Absicht vorsätzlich getötet hat. Das Urteil der Grand Jury lautet: Schuldig! Angeklagte, haben Sie vor dem endgültigen Urteil des Hohen Gerichts noch etwas zu sagen?" Florie: "Euer Ehren, ich kann nur nochmal sagen, daß ich unschuldig bin! Ich habe meinen Mann nicht getötet! Er wäre doch innerhalb der nächsten Wochen ohnehin gestorben - Dr. Hopper hat es mir selbst gesagt! Der ´ehrenwerte Dr. Hopper´. Er hat mich nur deshalb belastet, weil ich auf seine Annährungsversuche nicht reagiert und ihm einen Korb gegeben habe! Bitte, Euer Ehren, glauben Sie mir!" Richter: "Ruhe im Saal! Angeklagte, erheben Sie sich! Florence Elizabeth Maybrick: Im Namen der Krone verurteilt Sie das Gericht von Liverpool wegen Mordes an Ihrem Ehemann James Maybrick zum Tode durch den Strang. Nur aufgrund der Tatsache, daß Sie zwei kleine Kinder haben, wandele ich das Urteil, kraft meines Amtes, in eine lebenslängliche Haftstrafe um, zu verbüßen im Zuchthaus von Walton. Gerichtsdiener, führen Sie die Verurteilte ab. Die Verhandlung ist geschlossen!" |
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3:02 |
Das Knistern am Ende wurde entfernt | |
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Schnittbericht |