Jack the Ripper - Die Geschichte eines
Mörders
Radio-Fassung - Deutschlandfunk am 20. April 2002
Tracks 01 - 09 |
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| Track 1 | 2:16 |
Auf der Jagd |
| 2 Schnitte - ca. 35 Sekunden | ||
0:00 |
Das Knistern am Anfang wurde entfernt, ebenso die ersten Kutschengeräusche | |
1:09 |
Hure: "Na, Süßer - schon was vor heute nacht?" Maybrick: "Was soll´s denn kosten, mein Täubchen?" Hure: "Hmm, für so ´nen feinen Pinkel, wie Dich... 10 Pence!" Maybrick: "Die Konkurrenz oben an der Straßenecke nimmt nur 5! Warum sollte ich Dir das Doppelte zahlen?" Hure: "Ach, Daisy, die alte Schlampe! Die hat Syphillis und stinkt, das weiß doch jeder! Bei mir bleibst Du sauber, und ich mach´s Dir obendrein, dass Dir Hören und Sehen vergeht!" Maybrick: "Hört sich ja vielversprechend an!" Hure: "Komm! Du darfst Dich sogar vorher schon von meinen Qualitäten überzeugen!" |
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| Track 2 | 2:08 |
Wie alles begann |
| keine Änderungen | ||
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| Track 3 | 1:54 |
Der Streit |
| keine Änderungen | ||
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| Track 4 | 1:53 |
Im Zuge |
| 1 Schnitt - ca. 16 Sekunden | ||
0:37 |
Maybrick: "[...] In den besseren englischen Kreisen sind Arsen und das noch stärkere Strychnin sehr beliebt, denn, wenn man eine bestimmte Menge davon nimmt, lassen sie einen wie auf Wolken laufen. Erwischt man eine Überdosis, ist man tot. Soviel erwischte ich nie! Ich bezog beide Mittel von einem alten Liverpooler Apotheker namens Hewitt, einem alten Freund meines Vaters. Er gab mir jede Woche anstandslos die von mir verlangte Menge - wo ich doch so schreckliche Kopfschmerzen hatte. Das Arsen leckte ich mir vom Handrücken oder träufelte es mir in meine Rinderbrühe; das Strychnin schluckte ich in Tablettenform. An diesem Abend erwischte ich wohl eine etwas zu hohe Dosis, denn meine Gereiztheit verwandelte sich nicht wie sonst in einen Zustand angenehmer Leichtigkeit, sondern sie wurde zu einer Art aggressiver Paranoia. [...]" | |
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| Track 5 | 1:25 |
Der 1. Mord |
| keine Änderungen | ||
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| Track 6 | 1:50 |
Der Plan |
| 2 Schnitte - ca. 43 Sekunden | ||
0:00 |
Florie: "Er scheint wieder Schmerzen
zu haben, Doktor! Was geht nur in ihm vor?" Dr. Hopper: "Das weiß der Himmel, Florie. Ich werde ihm für alle Fälle eine Beruhigungsspritze geben!" [gibt Spritze, Wälzen und Stöhnen ebbt ab] Maybrick: "So hatte ich also meinen ersten Mord begangen - und ich hatte kaum etwas davon mitbekommen, alles war wie ein Traum. Doch eins wurde mir nach und nach klar: Ich hatte eine Hure getötet - genauso eine wie Florie es für mich war. Ich hatte mich gerächt, und dieser Gedanke war es, der mich erregte, der mir Lust machte! Ich hatte zwar früher schon Gewaltphantasien gehabt, sie aber nie ausgelebt. Von diesem neuen Gefühl war ich völlig überrumpelt! Das beste aber war, dass niemand etwas bemerkt hatte. Niemand hatte mich gesehen. Niemand würde diesen Mord je mit dem Baumwollhändler James Maybrick aus Liverpool in Verbindung bringen. Es war bei näherem Nachdenken fast zu einfach gewesen, und je länger ich darüber nachdachte, desto wütender wurde ich, dass ich mich an keine Einzelheiten erinnern konnte. Ich malte mir immer öfter aus, wie es wäre, eine Hure vor Angst schreien zu hören, Macht über sie zu haben, sie zu töten! Würde es noch einmal klappen? Ich wollte es zumindest versuchen! Was ich brauchte, war eine Waffe, eine Waffe, mit der ich schnell und geräuschlos zuschlagen konnte - ein Messer am besten. Und ich brauchte einen geeigneten Ort - und da gab es einen, der wie geschaffen für mein Vorhaben war!" |
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| Track 7 | 2:34 |
Die Stadt des Lasters |
| 1 Schnitt - ca. 11 Sekunden | ||
0:32 |
Maybrick: "[...] Ich hatte mir für mein Vorhaben 2 Monate Zeit gelassen, war in Liverpool noch einigen Geschäften nachgegangen und jetzt war ich bereit! Meiner Hure zu Hause hatte ich erzählt, ich wollte in unserer Londoner Außenstelle nach dem Rechten sehen. Ihr war es egal, wahrscheinlich hat sie sich in aller Ruhe mit ihrem Stecher getroffen! Die Wut auf Florie machte mich stark, ich hatte genügend Medizin dabei - was ich jetzt noch brauchte, war ein Zimmer und ein Messer! [...]" | |
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| Track 8 | 1:53 |
Das Messer |
| 2 Schnitte - ca. 17 Sekunden | ||
0:24 |
Verkäufer: "Ohhh, das Jagdmesser! Ja, das ist ein
besonders schönes Stück! Liegt gut in der Hand: Mit Hirschhorngriff
und einer Klinge aus 15 Zentimetern feinstem englischem Stahl.
Damit kann man einem Häschen ruckzuck die Gurgel
durchschneiden, oder ein Reh ausweiden, oder einem Schwein den Kopf abtrennen
- hab ich selber schon ausprobiert!" Maybrick: "Darf ich mal sehen?" Verkäufer: "Aber natürlich, Exzellenz. Hier, nehmen Sie - aber Vorsicht: Ist extrem scharf!" Maybrick: "Mmhh, in der Tat, ein besonders schönes Stück! Hmm, einem Schwein den Kopf abtrennen sagen Sie? Das hört sich gut an. Genau das Richtige für meine Zwecke - ich habe nämlich vor, auf die Jagd zu gehen!" |
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| Track 9 | 3:33 |
Polly Nicholls |
| 2 Schnitte - ca. 92 Sekunden | ||
0:08 |
Polly: "So, Charlie, ich geh jetzt -
es ist schon fast 3! Muß sehen, daß ich noch einen Freier
aufreiße und ein Bett für die Nacht finde!" Charlie: "Bei dem Nebel da draußen wirst Du wohl nicht viel Glück haben, Polly. Paß jedenfalls auf Dich auf - Du hast ganz schön einen sitzen!" Polly: "Charlie - ich mach diesen Scheißjob jetzt schon seit 6 Jahren, und noch nie ist mir einer blöd gekommen! Und außerdem hab ich doch heute mein hübsches neues Hütchen auf! Nein, nein, wird schon alles gutgehen, wär doch gelacht! Und der Nebel - der kann mich mal!" Charlie: "Dein Wort in Gottes Ohr, Polly! Gute Nacht." Polly: "Ja, ja, gute Nacht, gute Nacht! [tritt auf Straße, Droschke nähert sich schnell und rast am Pub vorbei] He, verdammter Bastard, kannst Du nicht aufpassen? Meine Herrn, man ist in dieser verdammten Stadt seines Lebens nicht mehr sicher! Scheiße, es ist tatsächlich 3, und keine Sau mehr auf der Straße - kein Wunder bei der Suppe hier draußen, man sieht ja kaum die Hand vor Augen! Na, was soll´s, dann wollen wir mal! [sie setzt sich stolpernd in Bewegung, summt vor sich hin, man hört ihre Stiefelabsätze auf Kopfsteinpflaster, sie stolpert und flucht, plötzlich langsame Männerschritte hinter ihr] Hoppla, da läuft doch einer hinter mir her... Vielleicht Kundschaft!? Na warte - Dich vernasch ich! [dreht sich abrupt um, Männerschritte brechen ab, Polly ist überrumpelt: niemand ist hinter ihr] Nanu - ich hätte schwören können, daß da einer hinter mir ist! Haaallloooo, ist da weeeeer?! Hmm, dann eben nicht!" Maybrick: "Guten Abend, schöne Frau!" Polly: "Himmel, haben Sie mich erschreckt! Waren Sie das da gerade hinter mir?!" |
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Schnittbericht |